Zum Inhalt springen

Nachschlagen

Glossar

Die Begriffe, die im ökologischen Landbau ständig vorkommen und selten erklärt werden — kurz gefasst und, wo es sich lohnt, mit dem passenden Beitrag verknüpft.

26 von 26 Begriffen

A

AUKMauch: Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen

Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik. Über sie läuft die eigentliche Ökolandbau-Förderung mit Umstellungs- und Beibehaltungsprämien. Ausgestaltet werden sie von den Bundesländern, die Verpflichtung gilt meist über mehrere Jahre.

Wie der Ökolandbau gefördert wird

B

Beibehaltungsförderung

Dauerhafte Flächenprämie für Betriebe, die nach abgeschlossener Umstellung ökologisch weiterwirtschaften. Sie gleicht die höheren laufenden Kosten der ökologischen Bewirtschaftung aus und liegt unter den Sätzen der Umstellungsförderung.

Blindstriegeln

Striegeleinsatz nach der Aussaat, aber vor dem Auflaufen der Kultur. Beikräuter im Fadenkeimstadium werden verschüttet, während das Saatgut in der Tiefe unberührt bleibt. Der günstigste und wirksamste Arbeitsgang der mechanischen Beikrautregulierung.

Beikrautregulierung ohne Herbizide

C

C/N-Verhältnisauch: Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis

Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff im organischen Material. Es entscheidet darüber, wie schnell Material abgebaut wird und ob dabei Stickstoff frei wird oder gebunden bleibt. Für die Kompostierung die wichtigste Stellgröße.

Kompost richtig führen

D

Dauerhumus

Der stabile Anteil der organischen Bodensubstanz, der sich mit Tonmineralen verbindet und über Jahrzehnte erhalten bleibt. Er trägt Bodenstruktur und Wasserhaltevermögen. Sein Aufbau ist langsam, sein Abbau bei intensiver Bearbeitung schnell.

Humusaufbau: Was dahintersteckt
Dauerkultur

Kultur, die mehrere Jahre auf derselben Fläche steht — Obstanlagen, Weinberge, Hopfengärten. Für sie gilt bei der Umstellung auf den ökologischen Landbau die längere Frist von 36 Monaten vor der ersten Ernte als Öko-Ware.

E

EU-Bio-Logoauch: Euroblatt, grünes Blatt

Das Blatt aus weißen Sternen auf grünem Grund. Verpflichtend auf vorverpackten Bio-Lebensmitteln aus der EU. Darunter stehen die Codenummer der Kontrollstelle und die Herkunftsangabe der landwirtschaftlichen Zutaten.

EU-Bio-Logo oder Verbandssiegel

F

Falsches Saatbett

Verfahren, bei dem der Boden vorbereitet und dann bewusst abgewartet wird, bis Beikräuter auflaufen. Diese werden flach abgearbeitet, erst danach wird gesät. Kostet eine Passage und etwa eine Woche, spart oft mehrere Hackgänge.

Fruchtfolge

Zeitliche Abfolge der Kulturen auf einer Fläche. Im ökologischen Landbau das zentrale Steuerungsinstrument: Sie liefert über Leguminosen Stickstoff, bricht Krankheits- und Schädlingszyklen und hält den Beikrautdruck in Grenzen.

Kleegras: Herzstück der Fruchtfolge

G

Gründüngung

Ansaat, die nicht geerntet, sondern zur Bodenverbesserung eingearbeitet oder als Mulch belassen wird. Sie hält den Boden bedeckt, bindet Nährstoffe über den Winter und liefert organische Substanz. Typisch sind Phacelia, Senf, Ölrettich und Kleegemenge.

Gruppenzertifizierung

Möglichkeit für Zusammenschlüsse kleiner Erzeuger, sich gemeinsam zertifizieren zu lassen. Die Gruppe betreibt ein internes Kontrollsystem, das seinerseits von der Kontrollstelle geprüft wird. Mit der neuen EU-Öko-Verordnung ausdrücklich geregelt.

K

Kontrollstelle

Zugelassene private Stelle, die die Einhaltung der Öko-Vorschriften auf einem Betrieb prüft — mindestens einmal jährlich, dazu unangekündigt nach Risiko. Ihre Codenummer erscheint auf jedem Bio-Erzeugnis in der Form DE-ÖKO-000.

Kupfer

Im Ökolandbau zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen pilzähnliche Erreger, vor allem im Wein-, Obst- und Kartoffelbau. Weil es sich als Schwermetall im Boden anreichert und Bodenlebewesen schädigt, ist die Menge je Hektar und Jahr begrenzt; die Verbände setzen teils engere Grenzen.

Kupfer im Ökolandbau

L

Leguminosenauch: Hülsenfrüchtler

Pflanzenfamilie, die in Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff bindet — Klee, Luzerne, Erbsen, Bohnen, Lupinen. Sie sind die Stickstoffquelle des ökologischen Landbaus und stehen deshalb fest in jeder Fruchtfolge.

M

Mengenplausibilität

Abgleich zwischen zugekauften Mengen, erzeugten Mengen und verkaufter Ware in der Öko-Kontrolle. Passt die verkaufte Menge nicht zur möglichen Erzeugung, ist das ein Befund — für die Kontrolle das schärfste Instrument gegen Etikettenschwindel.

Mulchen

Aufwuchs wird gemäht und bleibt als Schicht auf der Fläche liegen. Auf viehlosen Betrieben der übliche Umgang mit Kleegras. Kostet Stickstoff durch Verluste an der Oberfläche und verlangt einen Termin, bevor der Bestand versamt.

N

Nährhumus

Der leicht zersetzbare Anteil der organischen Bodensubstanz — Ernterückstände, Wirtschaftsdünger, Zwischenfrüchte. Er wird binnen Monaten bis weniger Jahre umgesetzt und liefert dabei Nährstoffe. Gegenstück zum Dauerhumus.

Ö

Öko-Regelungenauch: Eco-Schemes

Freiwillige, einjährige Umweltmaßnahmen der ersten Säule der Agrarpolitik, für die ein Teil der Direktzahlungen reserviert ist. Sie müssen jedes Jahr neu beantragt werden; die Prämienhöhe hängt von der Teilnahmemenge ab.

P

Parallelbetrieb

Gleichzeitige ökologische und konventionelle Bewirtschaftung in einem Betrieb. Nach EU-Recht unter strengen Auflagen zur Trennung von Flächen, Lager und Aufzeichnungen möglich. Die Anbauverbände schließen ihn aus und verlangen die Umstellung des gesamten Betriebs.

Umstellung auf Bio: Die ersten drei Jahre

R

Rhizobienauch: Knöllchenbakterien

Bodenbakterien, die in Wurzelknöllchen von Leguminosen leben und Luftstickstoff in eine für Pflanzen verfügbare Form überführen. Im Gegenzug erhalten sie Kohlenhydrate von der Pflanze.

U

Umstellungsware

Erzeugnisse aus der Zeit zwischen Beginn der Umstellung und Ablauf der Umstellungsfrist. Es gelten bereits die Öko-Vorschriften, die Ware darf aber noch nicht als Bio vermarktet werden. Für einen Teil der Erzeugnisse gibt es eine eigene Kennzeichnung mit meist geringem Aufschlag.

Umstellung auf Bio: Die ersten drei Jahre
Umstellungszeit

Zeitraum zwischen dem Vertrag mit der Kontrollstelle und dem Zeitpunkt, ab dem Erzeugnisse als ökologisch vermarktet werden dürfen. Sie beträgt 24 Monate bei einjährigen Kulturen und Grünland, 36 Monate bei Dauerkulturen.

Untersaat

Kultur, die unter einer Hauptfrucht mitwächst und nach deren Ernte die Fläche allein bedeckt. Sie unterdrückt Beikraut, schützt vor Erosion und bindet Nährstoffe — häufig Klee oder Gras unter Getreide.

V

Verbandsrichtlinie

Regelwerk eines Anbauverbands wie Bioland, Demeter oder Naturland. Es geht über die EU-Öko-Verordnung hinaus, etwa bei Gesamtbetriebsumstellung, Düngung, Tierhaltung und der Liste zulässiger Zusatzstoffe.

EU-Bio-Logo oder Verbandssiegel
Vorfruchtwert

Wirkung einer Kultur auf die nachfolgende — über hinterlassene Nährstoffe, Bodenstruktur, Beikrautdruck und Krankheitsdruck. Kleegras hat einen hohen Vorfruchtwert, weshalb ihm meist eine anspruchsvolle Marktfrucht folgt.

Z

Zwischenfrucht

Kultur zwischen zwei Hauptfrüchten, meist über Herbst und Winter. Sie hält den Boden bedeckt, verhindert Nährstoffauswaschung und liefert organische Substanz. Bei der Artenwahl gehört die Pflanzenfamilie beachtet, damit die Fruchtfolge nicht unterlaufen wird.