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Garten

Hochbeet: Richtig schichten, richtig bepflanzen

Die Füllung bestimmt die ersten drei Jahre — und wer im ersten Jahr Möhren sät, erntet Enttäuschung.

Redaktion Öko-Anbau5 Min. Lesezeit

Weite grüne Felder einer Plantage

Ein Hochbeet ist ein Komposthaufen mit Rahmen. Es liefert im ersten Jahr sehr viel Nährstoff, sinkt ab und braucht Wasser. Wer das einplant, hat wenig Arbeit.

Das Hochbeet ist beliebt, weil es rückenfreundlich ist, früher warm wird und Wühlmäuse aussperrt. Was es leistet, entscheidet sich beim Füllen — und dabei geht am meisten schief.

Der Aufbau

Von unten nach oben, in einem Beet mit etwa 80 Zentimetern Höhe:

Wühlmausgitter. Engmaschiges Drahtgitter auf den Boden, an den Seiten hochgezogen. Später nicht nachrüstbar.

Grobes Material. Etwa ein Viertel der Höhe: Astschnitt, Zweige, grober Strauchschnitt. Sorgt für Luft und Drainage.

Umgedrehte Grassoden oder Strauchschnitt fein. Eine dünne Schicht als Trennung.

Halbverrottetes Material. Laub, Rasenschnitt in Maßen, Staudenschnitt, grober Kompost — etwa ein weiteres Viertel.

Reifer Kompost. Rund 20 Zentimeter.

Pflanzsubstrat. Obenauf 15 bis 20 Zentimeter gute Gartenerde, gemischt mit Kompost. Reine Blumenerde ist hier keine gute Wahl — sie sackt und trocknet aus.

Nicht hineingehören Küchenabfälle mit Speiseresten, Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch, versamte Beikräuter und Rasenschnitt in dicken Lagen, der fault.

Die Nährstoffkurve kennen

Im ersten Jahr setzt das Material im Inneren stark um. Es entsteht Wärme, und es wird viel Stickstoff frei — mehr, als die meisten Kulturen brauchen. Deshalb gilt die Reihenfolge über die Jahre:

Jahr 1: Starkzehrer. Tomate, Zucchini, Gurke, Kürbis, Kohl, Sellerie, Kartoffel. Wurzelgemüse wie Möhre gerät bei diesem Nährstoffangebot beinig und schießt ins Kraut.

Jahr 2: Mittelzehrer. Salat, Mangold, Spinat, Kohlrabi, Fenchel, Zwiebel, Rote Bete.

Jahr 3 und 4: Schwachzehrer. Möhre, Radieschen, Bohnen, Kräuter, Feldsalat.

Danach ist die Füllung weitgehend zersetzt, das Beet deutlich gesunken. Dann entweder oben Kompost nachfüllen oder — meist sinnvoller — komplett neu schichten und das alte Material als Bodenverbesserung in die Gartenbeete geben.

Wasser ist der Knackpunkt

Ein Hochbeet trocknet schneller aus als der flache Garten: mehr Oberfläche, mehr Wind, gute Drainage, kein Kapillaranschluss ans Grundwasser. In heißen Wochen bedeutet das täglich gießen, bei kleinen Beeten auch zweimal.

Zwei Dinge helfen wirksam. Mulchen mit Rasenschnitt, Stroh oder Laub reduziert die Verdunstung sichtbar. Ein Tropfschlauch mit Zeitschaltuhr kostet wenig und macht den Unterschied zwischen einem Beet, das im Juli durchhält, und einem, das zusammenbricht.

Material und Standort

Holz aus Lärche oder Douglasie hält ohne Chemie einige Jahre; eine Noppenfolie innen verlängert das deutlich, sollte aber unten offen bleiben. Metall ist langlebig, heizt aber Rand und Substrat stärker auf. Standort möglichst sonnig, Beetbreite maximal etwa 120 Zentimeter, damit die Mitte von beiden Seiten erreichbar ist.

Was oft übersehen wird

Ein Hochbeet ist kein Dauerbeet. Es ist ein Kompostvorgang mit Nutzung — und damit ein System, das alle vier bis sechs Jahre neu aufgebaut wird. Wer das einplant, hat mit einem Beet über Jahre gutes Gemüse. Wer es als feste Konstruktion betrachtet, wundert sich im dritten Jahr über sinkende Erträge und einen Rand, der plötzlich zehn Zentimeter über der Erde steht.

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