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Garten

Gewächshaus und Folientunnel: Zwei Monate mehr Saison

Lüften, gießen, Boden pflegen — ein Haus verlängert das Jahr und verlangt Aufmerksamkeit.

Redaktion Öko-Anbau6 Min. Lesezeit

Haus mit Gründach in offener Landschaft

Unter Glas oder Folie beginnt die Saison früher und endet später. Der Preis sind tägliches Lüften, mehr Wasser und ein Boden, der ohne Regen auskommen muss.

Ein Gewächshaus verschiebt das Gartenjahr um jeweils mehrere Wochen nach vorn und hinten. Es macht Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen auch in kühlen Lagen verlässlich, und es liefert Salate, wenn draußen nichts mehr wächst. Zugleich ist es der Ort im Garten, der täglich Aufmerksamkeit verlangt.

Glas, Doppelstegplatte oder Folie

Glas ist lichtdurchlässig, langlebig und teuer, mit geringer Dämmung. Klassisch für ein festes Haus.

Doppelstegplatten dämmen besser, streuen das Licht und vergilben über die Jahre. Guter Kompromiss für frostfreie Nutzung im Frühjahr.

Folientunnel sind günstig, schnell aufgebaut und flexibel; die Folie hält je nach Qualität einige Jahre. Für Gemüsebau im Hausgarten oft die wirtschaftlichste Lösung, sofern der Standort windgeschützt ist.

Unabhängig vom Material: Der Standort soll sonnig, windgeschützt und zugänglich sein — mit Wasser in Reichweite. Nord-Süd-Ausrichtung des Firsts liefert im Sommer die gleichmäßigere Belichtung.

Lüften ist die wichtigste Arbeit

An einem sonnigen Märztag steigt die Temperatur unter Glas innerhalb einer Stunde um mehrere Zehnergrade. Über etwa 30 Grad stellen Tomaten die Fruchtbildung ein, Blüten fallen ab, und Pilzdruck steigt durch Kondenswasser in der Nacht.

Deshalb gehört zu jedem Haus eine Lüftung, die auch funktioniert, wenn niemand da ist: Dachfenster mit automatischem Wachszylinder-Öffner, Seitenlüftung, bei Tunneln aufrollbare Seiten. Diese Investition ist wichtiger als jede Beheizung. Querlüftung — zwei gegenüberliegende Öffnungen — wirkt deutlich besser als ein einzelnes Fenster.

Wasser und Boden

Im Haus fällt kein Regen. Das bedeutet: gleichmäßig und ausreichend gießen, am besten morgens und bodennah, damit Blätter trocken bleiben. Tropfschlauch mit Zeitschaltuhr ist hier die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Braunfäule und Mehltau, weil er Blattnässe vermeidet.

Der Boden erschöpft sich schneller als draußen, weil intensiv genutzt wird und keine Auswaschung stattfindet. Zwei Probleme sind typisch: Versalzung durch Düngung ohne Regen und Bodenmüdigkeit durch jahrelang gleiche Kulturen. Gegenmittel sind Fruchtwechsel auch im Haus, Gründüngung im Winter, Kompostgaben in Maßen und alle paar Jahre eine gründliche Wässerung zum Auswaschen von Salzen.

Der Anbauplan über das Jahr

Februar bis April. Salat, Radieschen, Spinat, Kohlrabi, Frühkarotten, Anzucht von Jungpflanzen.

Mai bis September. Die Fruchtgemüse: Tomate, Gurke, Paprika, Aubergine, Melone. Tomate und Gurke haben unterschiedliche Ansprüche an Luftfeuchte — wer beides zusammen stellt, macht Kompromisse und sollte Tomaten in den luftigeren Teil setzen.

Oktober bis Januar. Feldsalat, Winterportulak, Asiasalate, Spinat, Petersilie. Bei unbeheizten Häusern zusätzlich Vlies über die Kulturen bei starkem Frost.

Gesundheit im Haus

Warme, feuchte, windstille Luft ist ideal für Pilze und für Spinnmilben, Weiße Fliege und Blattläuse. Wirksam sind Nützlinge, die im Haus besser haften als im Freien: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen Weiße Fliege, Florfliegenlarven gegen Blattläuse. Wichtig ist der frühe Einsatz — bei starkem Befall kommen sie zu spät.

Dazu die Hygiene: Am Ende der Saison Pflanzenreste entfernen, Stäbe und Schnüre reinigen, Scheiben von Algen befreien. Ein sauberes Haus startet im Frühjahr mit deutlich geringerem Druck.

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