Gewächshaus frostfrei halten: Was fünf Grad wirklich kosten
Zwischen unbeheizt und beheizt liegt eine schmale Stufe, die viele Kulturen über den Winter bringt — und deren Aufwand mit der Hülle steht und fällt.
Redaktion Öko-Anbau2 Min. Lesezeit

Ein frostfreies Gewächshaus ist kein Wintergarten. Wer die Zieltemperatur niedrig ansetzt, die Hülle verbessert und den Bedarf richtig einschätzt, kommt mit erstaunlich wenig Energie aus.
Die meisten Hobbygewächshäuser stehen von November bis Februar leer, obwohl sie in dieser Zeit ihren größten Nutzen hätten: als Überwinterungsplatz für Kübelpflanzen, als Schutz für Wintersalate, als Lager für Kulturen, die nur ein paar Grad über null brauchen. Der Grund ist meist die Sorge vor den Heizkosten. Die ist berechtigt — aber sie hängt an der Zieltemperatur, und die wird regelmäßig zu hoch angesetzt.
Frostfrei ist etwas anderes als warm
Die Stufen unterscheiden sich stark im Aufwand. Ein frostfreies Haus wird auf etwa 5 Grad gehalten, ein temperiertes auf 10 bis 12, ein warmes auf 18 und mehr. Zwischen der ersten und der dritten Stufe liegt nicht ein Faktor zwei, sondern ein Vielfaches, weil der Wärmeverlust mit der Temperaturdifferenz zur Außenluft steigt und die kalten Nächte die längste Zeit ausmachen.
Für Zitrus, Oleander, Olive, Feige, Fuchsie und Pelargonie reicht die erste Stufe. Wintersalate, Feldsalat, Winterportulak und Asiasalate brauchen gar keine Heizung, sondern nur Schutz vor Nässe und Wind — dafür genügt ein Vlies im Haus.
Erst die Hülle, dann die Heizung
Jede Kilowattstunde, die nicht durch die Scheibe geht, muss nicht erzeugt werden. In der Reihenfolge der Wirkung: undichte Türen und Lüftungsklappen abdichten, Noppenfolie an der Nordseite und im Dach anbringen, den Sockel gegen Bodenkälte dämmen, das beheizte Volumen durch eine Folientrennwand auf den tatsächlich genutzten Teil verkleinern.
Der letzte Punkt wird oft übersehen und wirkt am stärksten: Wer nur zwei Quadratmeter Kübelpflanzen frostfrei halten will, muss nicht zwölf Quadratmeter heizen.
Was heizt, und was es zieht
Für kleine Flächen sind Frostwächter mit Thermostat die einfachste Lösung — Anschaffung gering, Verbrauch hoch, aber bei wenigen Frostnächten pro Winter vertretbar. Gasstrahler bringen Feuchte und Abgase ins Haus und verlangen Lüftung, was den Nutzen halbiert.
Ab einer gewissen Größe und bei regelmäßigem Betrieb ist ein Luft-Luft-Gerät die effizientere Bauart: Es erzeugt Wärme nicht aus Strom, sondern verschiebt sie aus der Außenluft und liefert deshalb ein Mehrfaches der eingesetzten Energie. Was solche Geräte kosten und wo ihre Grenzen bei tiefen Außentemperaturen liegen, ist in einer Einordnung der Luft-Luft-Wärmepumpe beschrieben. Im Gewächshaus kommt der Vorteil hinzu, dass dieselbe Technik im Sommer kühlen und entfeuchten kann.
Wärme aus dem Haus selbst
Passive Speicher kosten nichts und wirken jede Nacht: schwarze Wasserfässer an der Nordwand, Kiesschüttungen, große Töpfe. Sie nehmen tagsüber Sonnenwärme auf und geben sie nachts ab. In einem gut abgedichteten kleinen Haus verschiebt das den Tiefpunkt um mehrere Grad — häufig genug, um die Frostwächter gar nicht erst anspringen zu lassen.
Lüften bleibt Pflicht
Der häufigste Verlust im Winterhaus ist nicht Frost, sondern Grauschimmel. Überwinterte Pflanzen brauchen an milden Tagen Luftaustausch, auch wenn dabei Wärme verloren geht. Zwei Regeln reichen: sparsam gießen, und bei jeder Gelegenheit über null kurz durchlüften.