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Garten

Beerenobst: Pflanzen im Herbst, schneiden nach Regeln

Johannisbeere, Himbeere, Heidelbeere — drei Sträucher, drei völlig verschiedene Ansprüche.

Redaktion Öko-Anbau6 Min. Lesezeit

Makroaufnahme eines grünen Blattes mit Blattadern

Beerenobst liefert im zweiten Jahr Erträge und verzeiht Fehler jahrelang nicht. Entscheidend sind Pflanzzeit, Bodenansprüche und der jeweils richtige Schnitt.

Beerenobst ist der schnellste Weg zu eigener Ernte: Im zweiten Standjahr tragen die meisten Arten, Himbeeren teils im ersten. Gleichzeitig sind die Ansprüche unterschiedlicher als bei jedem anderen Gartenbereich — was der Heidelbeere hilft, bringt die Johannisbeere um.

Pflanzzeit und Vorbereitung

Bester Termin ist der Herbst von Oktober bis November: Der Boden ist warm, die Wurzeln arbeiten noch, und im Frühjahr startet die Pflanze mit Anschluss. Containerware geht auch im Frühjahr, braucht dann aber zuverlässige Wasserversorgung.

Vor dem Pflanzen gehört der Boden vorbereitet: tief lockern, Wurzelunkräuter entfernen — Quecke und Giersch später zwischen Sträuchern zu bekämpfen ist Handarbeit über Jahre —, Kompost einarbeiten, außer bei Heidelbeeren.

Johannisbeere und Stachelbeere

Sie wollen humosen, gleichmäßig feuchten Boden, Sonne bis leichten Halbschatten und Mulch. Der Schnitt folgt dem Alter der Ruten: Am besten tragen zwei- bis dreijährige Triebe, ältere lassen nach. Also jährlich die ältesten Ruten am Boden entfernen und junge, kräftige Bodentriebe stehen lassen — Ziel sind acht bis zwölf Ruten unterschiedlichen Alters je Strauch.

Bei Stachelbeeren zusätzlich die Krone auslichten, damit Luft durchzieht: Stachelbeermehltau ist die häufigste Krankheit, und Belichtung ist die wirksamste Vorbeugung neben resistenten Sorten.

Himbeeren: der Schnitt hängt vom Typ ab

Hier entstehen die meisten Fehler, weil zwei Typen unterschiedlich behandelt werden.

Sommerhimbeeren tragen an den Ruten des Vorjahres. Direkt nach der Ernte werden die abgetragenen Ruten am Boden entfernt, die neuen Jungruten bleiben stehen und werden auf etwa acht bis zehn je Meter Reihe ausgedünnt.

Herbsthimbeeren tragen am Neutrieb desselben Jahres. Sie werden im späten Winter komplett bodennah abgeschnitten. Das ist einfacher, verlagert die Ernte in den Spätsommer und Herbst — und hat einen praktischen Nebeneffekt: Die Rutenkrankheit und der Himbeerkäfer haben weniger Chancen.

Himbeeren brauchen ein Gerüst, durchlässigen Boden ohne Staunässe und Mulch. Sie sind selbstunverträglich: Nach Himbeeren nicht wieder Himbeeren an dieselbe Stelle.

Heidelbeeren: eine Frage des pH-Werts

Kulturheidelbeeren brauchen saures Substrat mit einem pH-Wert um 4 bis 5, luftig und dauerhaft feucht. In normalem Gartenboden mit neutralem pH kümmern sie, zeigen gelbe Blätter zwischen grünen Adern und gehen ein.

Praktisch heißt das: großzügiges Pflanzloch mit torffreiem Spezialsubstrat oder Rindenkompost und Nadelstreu, Mulch aus Nadeln oder Rindenmulch, Gießen möglichst mit Regenwasser statt kalkhaltigem Leitungswasser. Zwei Sorten setzen für bessere Befruchtung. Schnitt zurückhaltend: nur alte, schwach treibende Triebe entfernen.

Vögel, Kirschessigfliege und andere Mitesser

Netze sind bei Kirschen, Heidelbeeren und Johannisbeeren der Unterschied zwischen Ernte und Zuschauen — engmaschig und gespannt, damit sich keine Vögel verfangen.

Bei spät reifenden, weichen Früchten ist die Kirschessigfliege das Problem der letzten Jahre. Wirksam sind engmaschige Netze mit Maschenweite um einen Millimeter, zügige und vollständige Ernte, Entfernen überreifer und befallener Früchte sowie kühle Lagerung direkt nach der Ernte. Frühe Sorten entgehen dem Druck teilweise.

Der Ertrag der Beobachtung

Beerenobst ist dankbar, wenn man einmal im Jahr ernsthaft hinschaut: Welche Ruten sind alt, wo fehlt Licht, wo steht Wasser, wo hat der Mulch Lücken. Diese halbe Stunde je Strauch ersetzt die meisten Pflanzenschutzfragen — und sie ist der Grund, warum ein gepflegter Bestand über Jahrzehnte trägt.

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